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Biologika – kurz und verständlich erklärt

Biologika sind aktuell in aller Munde und werden oft als „Spritzen-Therapie" bezeichnet. Doch was steckt eigentlich dahinter?

Was sind Biologika?
Biologika sind Medikamente, die aus lebenden Zellen oder Organismen hergestellt werden - im Gegensatz zu herkömmlichen Medikamenten, die chemisch synthetisiert werden. Sie werden häufig bei komplexen Erkrankungen wie Rheuma, Schuppenflechte oder eben auch bei Akne inversa (Hidradenitis suppurativa/Morbus Verneuil) eingesetzt.

Warum der Name Biologika?
Der Begriff „Biologika" klingt auf den ersten Blick nach etwas „natürlichem" oder fast schon „gesundem". Das ist aber ein Trugschluss.
Biologika basieren zwar auf biologischen Prozessen. Das heißt aber nicht, dass sie „natürlich" im Sinne der Pflanzenmedizin sind – sie werden in hochkomplexen Laborverfahren entwickelt und sind alles andere als „ursprünglich".

Wie funktionieren Biologika?
Biologika greifen gezielt in das Immunsystem ein, um bestimmte Entzündungs-Prozesse zu hemmen. Im Gegensatz zu vielen herkömmlichen Medikamenten wirken sie sehr spezifisch, oft auf molekularer Ebene. Biologika sind High-Tech-Medikamente, hochspezialisiert und technisch anspruchsvoll.



Biologika bei Akne inversa – ein Überblick

TNF-Alpha-Blocker: Adalimumab (Humira [AbbVie] & Biosimilars*)

Wirkweise: Blockiert den Tumornekrosefaktor Alpha (TNF-α), ein entzündungsförderndes Signalprotein.
Wirkung: Reduziert Entzündungen und Schmerzen bei Akne inversa.
Problem: TNF-α spielt auch eine Rolle in der Infektionsabwehr – deshalb kann die Infektionsanfälligkeit steigen.
Zugelassen seit: 2015 für Akne inversa.

Adalimumab-Biosimilars (Nachahmerpräparate):

Seitdem der Patentschutz von Humira abgelaufen ist, gibt es sogenannte Biosimilars, die denselben Wirkstoff enthalten:

-▶ AMGEVITA (Amgen GmbH)
-▶ Hyrimoz (Hexal)
-▶ Imraldi (Biogen)
-▶ Weitere in der Gelben Liste

Wichtig: Biosimilars sind keine identischen Kopien, da sie in unterschiedlichen Zelllinien hergestellt werden. Sie gelten aber genauso wirksam wie das Original.
Einfluss auf die Akne-inversa-Therapie:
Die Verfügbarkeit solcher Biosimilars erweitert die Behandlungsmöglichkeiten nicht direkt, erhöht jedoch den Wettbewerb auf dem lukrativen Biologika-Markt und kann somit zu günstigeren Preisen führen.


IL-17A-Blocker: Secukinumab (Cosentyx [Novartis])

Wirkweise: Blockiert Interleukin-17A (IL-17A) , ein stark entzündungsförderndes Zytokin.
Wirkung: Hemmt überaktive Immunreaktionen und reduziert Entzündungen in der Haut.
Besonderheit: Ursprünglich zur Behandlung von Schuppenflechte entwickelt.
Zugelassen seit: 2023 für Akne inversa.

IL-17A & IL-17F-Blocker: Bimekizumab (Bimzelx[UCB])

Wirkweise: Hemmt Interleukin-17A und IL-17F, zwei zentrale Entzündungsfaktoren.
Wirkung: Ähnlich wie Secukinumab, aber durch die doppelte Hemmung könnte die Wirkung stärker sein.
Besonderheit: Noch relativ neu – Langzeitdaten fehlen.
Zugelassen seit: April 2024 für Akne inversa.



Fazit: Welches Biologikum ist das Richtige?

• Humira (Adalimumab) ist das am häufigsten verwendete Biologikum, weil es am längsten auf dem Markt ist.
• Secukinumab (Cosentyx) & Bimekizumab (Bimzelx) sind Alternativen, wenn TNF-Blocker nicht wirken oder nicht vertragen werden.
• Alle Biologika erhöhen das Risiko für Infektionen, da sie gezielt das Immunsystem beeinflussen.

Wenn ihr euch weiter informieren möchtet, findet ihr viele nützliche Infos ebenfalls in der Gelben Liste: https://www.gelbe-liste.de/

Ich hoffe, dieser Überblick bringt ein wenig Licht ins Dunkel!



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