Warum riecht Eiter manchmal so übel?
Okay, ich weiß, Eiter ist jetzt nicht das Lieblingsgesprächsthema, aber wenn man es hat, will man vielleicht schon mal wissen, warum das so riecht – und vor allem, wieso der Geruch manchmal so… na ja, speziell ist.
Eiter entsteht ja, wenn der Körper gegen eine Infektion kämpft. Da sammeln sich Immunzellen, Gewebereste und natürlich die Bakterien, die das Ganze überhaupt ausgelöst haben. Was da rauskommt, ist ein ziemlicher Mix, und genau der sorgt für den Geruch. Je nachdem, welche Bakterien beteiligt sind, riecht das Eiter mal süßlich, mal neutral – oder halt echt abstoßend.
Was genau ist der Geruch?
Der Geruch kommt vor allem von den Stoffwechselprodukten der Bakterien. Diese greifen das Gewebe und die Zellen an und scheiden dabei bestimmte Substanzen aus, die wir riechen können. Zusätzlich zerfällt auch das umliegende Gewebe, was den Geruch oft noch verstärkt.
Hier ein paar Beispiele:
Neutral oder süßlich: Oft riecht Eiter gar nicht so schlimm, vielleicht sogar leicht süßlich. Das passiert, wenn die Infektion eher mild ist und nur bestimmte Bakterien beteiligt sind.
Nach Käse: Dieser Geruch kommt ziemlich oft bei Akne inversa vor. Warum? Weil da Talgdrüsen betroffen sind. Die Bakterien zerlegen die Fettsäuren im Talg, und dabei entsteht ein Geruch, der an alten Käse erinnert – nicht gerade angenehm, aber auch irgendwie typisch.
Fäkaliengeruch: Wenn der Eiter richtig übel riecht, wie Klo oder Fäkalien, sind oft Escherichia coli-Bakterien im Spiel. Die kommen eigentlich aus dem Darm und können bei einer Infektion ganz schön stinken, weil sie Stoffe wie Indol und Skatol produzieren.
Warum hängt der Geruch vom Gewebe ab?
Der Körper besteht ja aus verschiedenen Geweben – Haut, Fett, Muskeln – und die werden bei einer Infektion unterschiedlich stark angegriffen. In Talgdrüsen, wie bei Akne inversa, sind es vor allem die Fette, die abgebaut werden. Das gibt diesen „käsigen“ Geruch. Bei tiefen Abszessen oder schlecht durchbluteten Stellen, wo weniger Sauerstoff hinkommt, kommen oft anaerobe Bakterien ins Spiel. Die machen faule Gerüche, weil sie Schwefelverbindungen wie Schwefelwasserstoff oder Methanthiol produzieren – ja, das riecht dann wie faule Eier.
Was macht der Körper dabei?
Währenddessen ist dein Immunsystem voll am Arbeiten. Es schickt neutrophile Granulozyten, die die Bakterien angreifen, und diese Immunzellen setzen dann auch Enzyme frei, die das Gewebe angreifen. Gleichzeitig sterben Bakterien, Immunzellen und Gewebe ab, und das alles ergibt den Mix, den wir als Eiter kennen.
Wichtig für Betroffene: Nicht jeder riecht es!
Ein großes Problem, vor allem bei Erkrankungen wie Akne inversa, ist oft die Sorge, dass andere den Geruch wahrnehmen könnten. Das Gute ist: Meist ist es so, dass du selbst den Geruch viel intensiver wahrnimmst, weil du so nah dran bist. Dein Umfeld bekommt davon in der Regel gar nichts mit! Der Geruch bleibt meist lokal und fällt nur dir selbst auf. Das bedeutet, dass du dir oft viel zu viele Sorgen machst – andere merken nichts.
Also, wenn der Eiter stinkt, heißt das einfach, dass der Körper gerade einen Kampf führt – und je nachdem, welche Bakterien beteiligt sind, riecht der Eiter anders. Klingt unangenehm, ist aber eigentlich ein Zeichen, dass dein Körper hart arbeitet, um die Infektion loszuwerden.
Was kann helfen?
Wenn der Geruch besonders stark ist, hilft es oft, die betroffene Stelle regelmäßig (mehrmals täglich) mit einem Desinfektionsmittel wie z.B. Octenisept oder auch ein Wundspray wie von Hansaplast zu behandeln. Es desinfiziert die Haut, tötet Bakterien ab und kann den unangenehmen Geruch deutlich reduzieren.