Seite: Laser Therapie bei HS - ein Überblick

Alle Laserarten, die bei Hidradenitits suppurativa/Akne inversa/Morbus Verneuil zum Einsatz kommen können

Laser einfach erklärt
Um die Symptome der Akne inversa/Hidradenitis suppurativa/Morbus Verneuil in den Griff zu bekommen, kann eine Lasertherapie als zusätzlicher Joker ganz hilfreich sein. Gerade bei mittelschweren bis schweren Fällen ist diese Methode als Behandlung eine Option. Ein großer Pluspunkt: Im Vergleich zu vielen anderen Methoden hat die Lasertherapie eher geringe Nebenwirkungen und kann ohne Vollnarkose direkt in der speziellen Praxis/Klinik durchgeführt werden – also keine langen Krankenhausaufenthalte oder Ausfallzeiten.

Kleiner Fun-Fact am Rande: Auch wenn „Laser" wie ein einzelnes Wort klingt, steckt da eigentlich ein ziemlich nerdiges Akronym dahinter: L ight A mplification by S timulated E mission of R adiation – auf Deutsch so viel wie „Lichtverstärkung durch stimulierte Strahlung". Kurz gesagt: Ein Laser ist ein medizinisches Gerät, das gebündeltes Licht verschiedener Farben und Wellenlängen nutzt, um Hautprobleme zu behandeln – darunter eben auch Akne inversa.

Es gibt mittlerweile eine ganze Menge verschiedener Lasertypen, die alle ein bisschen anders funktionieren und unterschiedlich wirken. In den nächsten Absätzen versuche ich die Grundlagen der Lasergeräte genauer zu erklären und zu klären, wie diese Lichtstrahlen Menschen mit Akne inversa helfen können. Besonders wichtig sind dabei der Nd:YAG-Laser, der CO₂-Laser und die photodynamische Therapie (PDT). Was genau die draufhaben, erfährst du gleich!
Es gibt auch für die Lasertherapien eine Leitlinie - diese könnt ihr euch gerne hier herunterladen

Haarentfernung mit dem Nd:YAG-Laser

Abszesse entstehen, wenn Haarfollikel – auch die Wurzeln der Haare – verstopfen. Das passiert durch zu viel Keratin (das Zeug, aus dem auch Haare und Nägel bestehen), Schweiß und Bakterien. Die Folge sind schmerzhafte, geschwollene Beulen, die sich entzünden und richtig wehtun können. Wenn die verstopften Follikel dann noch Platzen, kommt es zu einer heftigen Entzündungsreaktion mit Schmerzen und Ausfluss.
Da Haarfollikel eine zentrale Rolle bei Abszessen spielen, kann eine Haarentfernung helfen, die Beschwerden zu lindern. Und genau hier kommt der Nd:YAG-Laser ins Spiel.

Wie funktioniert der Nd:YAG-Laser?
Der Nd:YAG-Laser gehört zu den beliebtesten Geräten, wenn es um die Reduzierung von Haarfollikeln geht. Warum? Weil er mit einem intensiven Lichtstrahl arbeitet, der besonders tief in die Haut eindringen kann – tiefer als bei vielen anderen Lasern. Dieses Licht wirkt direkt auf die Haarwurzeln und verursacht dort durch Hitze dauerhafte Schäden am Follikel. Das Ergebnis: Weniger Haarwachstum.
Allerdings wirkt die Behandlung nicht bei allen gleich gut. Manche haben danach kaum noch Probleme mit Haarwuchs, bei anderen schlägt es nicht so stark an.

Welche Vorteile hat das Ganze?


Ich hab mal nachgefragt:

Weniger Beschwerden - Schmerzen, Schwellungen und Ausfluss und damit Geruch können deutlich reduziert werden.
Weniger Schübe - Die Anzahl der HS-Schübe kann sinken.
Weniger Medikamente - Betroffene brauchen oft weniger systemische Medikamente.
Kein Krankenhausaufenthalt - Die Behandlung wird in der Fach-Praxis/Klinik ohne Vollnarkose durchgeführt – das bedeutet keine langen Auszeiten.


Wer sollte besser die Finger davon lassen?
Der Nd:YAG-Laser ist nicht für alle HS-Betroffenen geeignet. Besonders bei schwerer Akne inversa (Hurley-Stadium III) mit starkem Narbengewebe und Sinuskanälen* kann der Laser an seine Grenzen stoßen.

Ein Sinuskanal, auch Fistelgang genannt, kann sich unter der Haut ausbreiten und in andere Bereiche ziehen. Das macht ihn zu einem kniffligen Teil der ganzen Sache, weil die Entzündung dann größere Hautflächen betreffen kann. Wenn es nicht rechtzeitig behandelt wird, können sich diese Gänge auch in tiefere Gewebeschichten ausbreiten. Darum ist eine richtige Behandlung wichtig, so kann man da gut gegensteuern!
Daher wird diese Lasertherapie hauptsächlich bei Hurley-Stadium I und II angewendet. Außerdem funktioniert sie am besten bei Menschen mit heller Haut und dunklen Haaren, da der Laser auf das Haarpigment abzielt.

Nebenwirkungen und Risiken
Wenn die Haarentfernung mit dem Nd:YAG-Laser von erfahrenen Dermatologen durchgeführt wird, sind die Risiken zwar gering, aber Nebenwirkungen können trotzdem auftreten:


↦ Unangenehmes Gefühl - Auch wenn die behandelte Stelle mit Lidocain betäubt wird, kann es während der Behandlung zu Stechen oder Unbehagen kommen. Manche sagen, es fühlt sich an, als würde ein Gummiband auf die Haut schnappen – das variiert aber von Person zu Person.
↦ Hautverfärbungen - Es kann zu braunen oder weißen Verfärbungen an der behandelten Stelle kommen.
↦ Schmerzen und Entzündungen - In der ersten Woche nach der Behandlung können Schmerzen und Entzündungen stärker werden. In solchen Fällen sollte man den Arzt aufsuchen.


Was gibt es sonst noch für Laserarten für die Haarentfernung?
Neben dem Nd:YAG-Laser gibt es auch andere Geräte zur Haarentfernung, wie die intensiv gepulste Lichttherapie (IPL), den langgepulsten Alexandritlaser oder den Rubinlaser.



CO2-Lasertherapie bei HS

Die CO2-Lasertherapie ist top, wenn's darum geht, hartnäckige HS-Läsionen zu behandeln und Sinuskanäle (Fistelgänge) zu finden, die man sonst nicht sieht. Vor allem bei mittelschwerer bis schwerer HS (Hurley-Stadium II-III) kommt dieser Laser zum Einsatz.

Vorteil ist, dass das Ganze direkt in der Fachpraxis/Klinik gemacht wird und keine Vollnarkose nötig ist. Nach der Behandlung heilen die Wunden ganz natürlich, ohne Nähte. Die Wahrscheinlichkeit, dass neue Läsionen entstehen, ist laut Anbieter solcher Verfahren ziemlich gering.
Schwierigkeiten sind wohl selten, aber es kann mal Blutungen, Schmerzen oder Infektionen geben.

Heilung & Pflege nach dem CO2-Laser
Die Heilung dauert, meist ein paar Wochen bis Monate. Direkt nach der Behandlung kommt ein Verband drauf, oft mit Vaseline. Du musst den Verband ein paar Tage in Ruhe lassen, dann kannst du ihn nach Anweisung wechseln – meist tut's nicht weh, wenn du Schmerzmittel nimmst. Nach einer Woche und nochmal sechs Wochen danach geht's zum Check beim Arzt.



Photodynamische Therapie (PDT)

Die Photodynamische Therapie (PDT) ist eine etwas andere Methode, um Hautprobleme wie HS zu behandeln. Sie funktioniert, indem man ein spezielles Medikament, meist 5-Aminolävulinsäure als Gel, auf die betroffenen Stellen aufträgt. Dann wird das Ganze mit Licht aktiviert. Das führt zu einer chemischen Reaktion, die Bakterien in den Läsionen abtötet – genau die Bakterien, die bei HS häufig Ärger machen.

Warum ist das gut?
Weil Bakterien in der Haut einen Biofilm bilden, der die Läsionen abdeckt und die Entzündung am Laufen hält. Mit der PDT kann dieser Biofilm zerstört werden, was zu einer Verringerung der Entzündung und natürlich auch zu weniger Schmerzen führt. Im Endeffekt bedeutet das: Du fühlst dich danach oft besser.

Die Therapie ist grundsätzlich sicher, aber nicht für alle geeignet. Wenn du mal Lupus oder Porphyrie hattest oder allergisch auf die Medikamente (Gel) reagierst, ist PDT eher nicht die richtige Wahl.



lAight-Therapie bei Akne Inversa
Die lAight-Therapie kombiniert IPL (Intensiv gepulstes Licht) mit Radiofrequenz (RF) und wurde speziell für Akne inversa (HS/MV) entwickelt. Seit einigen Jahren wird diese Methode erfolgreich eingesetzt, insbesondere bei Patienten im Hurley Grad I und II. Sie hat sich als sehr effektiv erwiesen, um die Symptome zu lindern und den Alltag zu verbessern.
Sogar Patienten im Hurley Grad III berichten von guten Ergebnissen, und die Behandlung kann viele zu einem lebenswerten Leben verhelfen.

Mehr zu dieser innovativen Methode findest du im eigenen Wiki-Eintrag zur lAight-Therapie.



Aktualisiert: 15.02.2025



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